Seniorenwohngemeinschaft Berningstrasse – eine interessante Adresse für unterstützungsbedürftige ältere Menschen
Wohngemeinschaften erfreuen sich nicht nur bei jungen Leuten großer Beliebtheit. Auch Senioren überlegen immer häufiger, in einer Senioren-WG zu leben. Die Gründe sind in demografischen Entwicklungen in Deutschland zu finden. Unsere Gesellschaft wird nicht nur zunehmend älter. Während die Menschen in der Vergangenheit oft in einem großen Familienverbund lebten, bleiben Senioren heute nach dem Wegzug ihrer Kinder und dem Tod des Partners nicht selten alleine zurück. Dem kann das Leben in einer Senioren-Wohngemeinschaft entgegenwirken: Sie verbindet die Vorteile des eigenständigen Lebens mit den Vorteilen einer Gemeinschaft.
Wohngemeinschaften sind nicht nur für sogenannte fitte Seniorinnen und Senioren eine interessante Option. Auch und gerade für Menschen mit Demenz können sie eine gute Alterative zum Leben in einem Pflegeheim darstellen. Das erfuhren Mitglieder des Seniorenbeirates bei einem Besuch der Seniorenwohngemeinschaft Berningstrasse in Hollage.
Vordergründig betrachtet ist das eine WG, wie man sie aus Studententagen kennt: Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer. Küche, Bäder und Wohnzimmer werden gemeinschaftlich von allen genutzt. Man kocht zusammen und kümmert sich nach besten Kräften um den Haushalt. Nur: In dieser WG sind alle Bewohner in einem höheren Alter und werden bei Bedarf durch Pflegekräfte rund um die Uhr unterstützt.
Was allein klappt, wird auch noch eigenständig erledigt. Ob es das Kartoffelschälen, Tischdecken, Marmelade kochen oder das Aufräumen ist – jeder bringt sich nach seinen Möglichkeiten ein. Bei schwierigeren Aufgaben helfen speziell geschulte Pflegekräfte. Diese sind auch da, wenn Bewohner intensivere Pflege benötigen. Dann übernehmen sie die Aufgaben vom Waschen bis zum Füttern. Was also in der Pflege zu Hause in der Regel von den Angehörigen erwartet wird, darum kümmern sich professionelle Fachkräfte. Die Pflegedienstleiterin Heike Pöppinghaus führte dazu aus: „Bei uns bekommen bis zu 12 vorwiegend demenzkranke Personen von unseren speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen in einem familiären Umfeld eine 24-Stunden Betreuung. Wir streben an, ihnen ein häusliches und vertrautes Umfeld zu schaffen, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen.“
Dazu gehört ein gemütliches, individuell mit eigenen Möbeln eingerichtetes Zimmer. Die Wohnküche, der Garten und vor allem das Wohnzimmer bilden den Lebensmittelpunkt für die Bewohner. Dort findet das gemeinsame Leben statt. Zusammen wird frisch gekocht, gegessen, gebastelt, gesungen und gespielt. Unternehmungen werden vorbereitet oder Probleme diskutiert. Es wird gelacht und manchmal geweint.
Hier leben Menschen zusammen, die gleiche oder ähnliche Probleme haben. Alle Bewohner werden durch verschiedene Sicherheitsvorkehrungen gut beschützt, damit ihnen nichts passiert.
Nach einem Einzug in die Seniorenwohngemeinschaft spielen die Angehörigen nach wie vor eine wesentliche Rolle. Zwar erhalten sie eine deutliche Entlastung durch das Pflegepersonal, kümmern sich aber weiterhin um die Belange ihrer Verwandten. Außerdem haben sie noch vielfältige Einflussmöglichkeiten, beispielsweise bei Freizeittätigkeiten oder bei der Gestaltung der Gemeinschaftsräume. Erst ihr hohes Engagement in der WG ermöglicht eine optimale Umsetzung des Wohnkonzepts und – zusammen mit dem Pflegedienst – eine ganzheitliche Betreuung.
Wenn die Pflege und Betreuung eines Angehörigen in den eigenen vier Wänden nicht mehr zu bewältigen ist, bietet die in einem Wohngebiet ohne Durchgangsverkehr gelegene Seniorenwohngemeinschaft eine gute Lösung für alle Beteiligten. Denn hier können die Fachkräfte, anders als es die Struktur in großen Altersheimen in der Regel zulässt, viel individueller auf die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen eingehen.
Darüber hinaus erweitert die Soziale Dienste Handwerk GmbH ihr Angebot zur Versorgung unterstützungsbedürftiger Menschen: In unmittelbarer Nachbarschaft wird eine Tagespflege-Einrichtung mit 15 Plätzen gebaut. So finden Senioren, die betreuungsbedürftig sind, aber weiterhin in ihrem heimischen Umfeld wohnen und ihre Lebensumstände nicht grundsätzlich ändern wollen, ein hilfreiches Angebot: Sie halten sich tagsüber in der Tagespflegeeinrichtung auf und sind abends wieder in ihrem Zuhause.


