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Ernährung

Ernährung im Alter: Senior*innen brauchen keine Schonkost

vor 6 Jahren
Admin
Bild: Gemeinde Wallenhorst

Im fortgeschrittenen Lebensalter brauchen Menschen in der Regel eine genauso abwechslungsreiche und ausgewogene Nahrungszusammensetzung wie in jungen Jahren. Denn die richtige Ernährung im Alter unterscheidet sich nicht wesentlich von der Ernährung in jüngeren Jahren. Doch es gibt einige Besonderheiten im Alter zu beachten.

Veränderungen im Alter

Altern ist ein natürlicher Vorgang, der nicht zwangsläufig von Krankheiten begleitet sein muss. Viele Krankheiten haben weniger mit dem Alter zu tun, sondern werden eher durch jahrelange Verstöße gegen eine gesunde Lebensweise begünstigt.

Wenn der Organismus altert, stellen sich einige Veränderungen ein. Diese führen oftmals zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit.

Im Alter kann es zu Funktionseinschränkungen von Organen kommen, die Einfluss auf die Ernährung nehmen können. So ändert sich der Stoffwechsel. Die Muskelmasse nimmt ab und der Fettanteil im Körper nimmt zu. Der tägliche Energieumsatz sinkt. Im Vergleich zu Jüngeren brauchen Senioren etwa 200 bis 300 weniger Kalorien pro Tag. Wird dies nicht berücksichtigt, kann Übergewicht entstehen.

Die Sauerstoffversorgung der Zellen und die Funktionen von Leber und Niere lassen nach.

Die Knochendichte und die Skelettmuskulatur verändern sich. Dies kann Osteoporose begünstigen.

Probleme hinsichtlich der Mobilität bereiten Schwierigkeiten beim Einkaufen und der Zubereitung der Mahlzeiten.

Die Verdauungstätigkeit lässt nach, was Verstopfungen auslösen kann.

Das Kauen wird bei manchem schwieriger, da die „Dritten Zähne“ nicht so funktionstüchtig sind wie die zweiten.

Häufig behindern Schluckstörungen, Entzündungen der Speiseröhre oder des Magens die Nahrungsaufnahme.

Durst, Hunger und Appetit lassen nach. Tritt mit zunehmendem Alter eine „Unlust“ am Essen auf, kann es unter anderem zu einer Unterversorgung des Körpers mit notwendigen Nährstoffen kommen.

Ernährungszustand von älteren Menschen

Nicht nur die altersbedingten Veränderungen des Körpers bestimmen den Ernährungszustand von älteren Menschen. Auch soziale und psychosoziale Faktoren wie die Lebenssituation, das Einkommen, das soziale Umfeld und vieles mehr wirken sich aus.

Nicht alle älteren Menschen ernähren sich optimal. Hinzu kommt, dass einige Medikamente, die von älteren Menschen eingenommen werden, eine Fehlernährung unterstützen können. Hier sind beispielsweise Rheumamittel zu nennen, die u. a. zu chronischen Entzündungen des Magen-Darm-Traktes führen können. Entwässerungstabletten, die wegen einer Herzschwäche oder wegen Bluthochdrucks eingenommen werden, können einen Flüssigkeitsmangel begünstigen. So ist es nicht verwunderlich, dass Fehlernährung bei ärztlichen Untersuchungen eine häufig auftretende Diagnose bei betagten Menschen ist.

Nicht zu vergessen: Im Laufe des Lebens können Menschen Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln entwickeln, die man gerade im Alter unbedingt berücksichtigen muss.

Senior*innen brauchen keine Schonkost

Ältere gesunde Menschen brauchen jedoch keine Schonkost. Wichtig ist vielmehr die Beachtung der individuellen Verträglichkeit. Diese ist bei jedem älteren Menschen anders. Aus diesem Grund können keine allgemeingültigen Empfehlungen gegeben werden.

Bestehen gesundheitliche Einschränkungen, die das Einhalten einer speziellen Ernährungsweise (z. B. eine Diät) notwendig machen, so ist dies bei der Ernährung zu berücksichtigen.

Bedeutend ist für die Ernährung im Alter ein abwechslungsreicher und ausgewogener Speiseplan. Darauf sollten ältere Menschen bei ihrer Ernährung besonders achten:

  • Lebensmittel auswählen, die viele wichtige Nährstoffe enthalten und trotzdem relativ kalorienarm sind (z. B. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, fettarme Milch und Milchprodukte).
  • Auf die Aufnahme von fettreichem Seefisch und von hochwertigen, pflanzlichen Ölen achten.
  • Fleisch und Wurstwaren sowie Eier in Maßen essen.
  • Mit fett- und zuckerreichen sowie stark gesalzenen Lebensmitteln sparsam umgehen.
  • Die Mengen und Portionsgrößen insgesamt verkleinern.
  • Ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen: Calcium ist wichtig für den Erhalt der Knochenmasse. Besonders calciumreich sind Milch und Milchprodukte. Grünkohl, Brokkoli, Rucola und calciumreiches Mineralwasser können die Zufuhr sinnvoll ergänzen. Vitamin D: Der Körper kann Vitamin D in der Haut mittels Sonnenlicht bilden. Die Zufuhr über die Nahrung fördern z. B. Lachs oder Makrele. Folsäure: Ein Folsäuremangel kann indirekt als Risikofaktor für Schlaganfall wirken. Folsäure wird vor allem mit frischem Gemüse und Obst aufgenommen.

Manchmal wird das Trinken vergessen oder die Trinkmenge nicht richtig eingeschätzt. Daher ist es für ältere Menschen besonders wichtig, zu jeder Mahlzeit zu trinken – z. B. Tee am Morgen, Wasser zu Mittag und Wasser oder verdünnten Fruchtsaft zwischendurch. Auch Suppen und Obst enthalten Flüssigkeit.

Was tun bei mangelndem Appetit?

Verminderter Appetit ist mitunter ein Grund für eine Mangelernährung. Die Appetitabnahme kann vielfältige Ursachen haben, beispielsweise soziale Faktoren wie Einsamkeit oder Trauer, Krankheiten oder Medikamente. Diese Ursachen lassen sich nicht immer beheben. Dennoch kann der Appetit gefördert werden, z. B. durch tägliche Bewegung, nach Möglichkeit an der frischen Luft, durch eine aktive Beteiligung an der Vor- bzw. Zubereitung des Essens, durch eine Berücksichtigung von Essenswünschen oder durch Mahlzeiten in Gesellschaft.

So kann Ernährung einen entscheidenden Beitrag zu gesundheitlichem Wohlbefinden und einer höheren Lebensqualität leisten.

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